SaTalogoneu1
Kammermusik-Konzert am 26. Oktober 2013 - Sa Taronja -Theater
 
Kamila Glass - Violine
 
Jakob Spahn - Violoncello
 
François Lambret - Klavier
 
 
Dmitri Schostakowitsch: Sonata Op. 40 für Violoncello und Klavier
 
Alexander Glasunov: Chant Du Ménestrel Op. 71 für Violoncello und Klavier
 
Pjotr Tschaikowski: Klaviertrio a-moll Op. 50
(aktuelle Änderungen vorbehalten)
 
 
um 21.00 Uhr im Sa Taronja-Theater
Eintritt: 20 Euro (12€ für Sa Taronja - Mitglieder)
Studenten und Jugendliche unter 16 frei
mit einem Menü im Restaurant Limón y Chelo um 19 Uhr (25€)
 
 
Die Musiker:
 
Kamila Glass - Violine
 
Kamila Glass ist seit 2002 festes Mitglied im Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Schon seit fast sieben Jahren organisiert sie zusammen mit Tina Horne die Konzertserie "Serenata Berlin“ und lädt die interessantesten Musiker nicht nur aus Berlin, sondern mittlerweile aus ganz Europa und neuerdings auch aus Israel ein, um in Sa Taronja aufzutreten. Kamila Glass hat ihr Studium bei Prof. Lawrynowicz an der Chopin-Hochschule in Warschau, sowie bei Prof. Gronich und Prof. Haiberg an der Universität der Künste in Berlin mit Auszeichnung abgeschlossen.
Schon sehr früh hat sie sich für Kammermusik interessiert und noch in Polen folgten diverse Preise bei Kammermusik- und Violinwettbewerben. Ihren "Feinschliff" erhielt sie beim Amadeus Quartett in London.
Seitdem spielt sie mit viel Leidenschaft mit verschiedenen Musikern in unterschiedlichsten Ensembles.
Von 1998 bis 2000 war sie mit dem DSO Berlin als Akademistin verbunden. Jetzt betreut sie selbst die DSO-Akademie und sie organisiert und unterrichtet Kammermusik.
Kamila Glass spielt eine Violine von Claude Augustin Miremont (Paris 1872).
 
 
Jakob Spahn - Violoncello
 
Jakob Spahn wurde 1983 in Berlin geboren. Sein Studium absolvierte er an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler“ in Berlin bei Prof. David Geringas und derzeit bei Prof. Claudio Bohorquez. Zudem arbeitete er auf Meisterkursen mit Frans Helmerson, Heinrich Schiff und Bernard Greenhouse zusammen.
Jakob Spahn ist Preisträger zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe und absolvierte Konzertreisen durch Europa, Asien, Mittel- und Südamerika. Kürzlich wurde er beim Internationalen ARD-Wettbewerb in München als Semifinalist mit einem Sonderpreis der Alice-Rosner-Foundation“ ausgezeichnet. Als Stipendiat des Deutschen Musikwettbewerbs wurde er in die Bundesauswahl Konzerte junger Künstler“ aufgenommen. Er wurde von der "Studienstiftung des Deutschen Volkes“ und dem Verein "Yehudi Menuhin Live Music Now“ unterstützt.
Als Kammermusiker ist er schon mit renommierten Künstlern wie Wolfgang Meyer, Leonidas Kavakos, Mitsuko Uchida und Lang Lang aufgetreten. In den vergangenen zwei Jahren war Jakob Spahn zudem als Stipendiat der "Karajan-Akademie“ bei den Berliner Philharmonikern tätig.
Seit der Saison 2011/2012 ist Jakob Spahn Solo-Cellist an der Bayerischen Staatsoper München.
 
 
François Lambret - Piano
 
Der französische Pianist François Lambret wurde in Paris geboren. Er studierte sowohl am Pariser Konservatorium (CNSMDP) als auch an der Universität der Künste (UdK) in Berlin. Dabei ergaben sich viele ertragreiche Kollaborationen, die ihn nachhaltig prägten.
Lambret hat bei vielen verschiedenen Künstlern studiert, u. a. bei Menahem Pressler, Fou Ts’ong, Pierre-Laurent Aimard, Vladimir Mendelssohn, Ralf Gothóni und Hatto Beyerle; darüber hinaus hat er mit renommierten Ensembles wie Quatuors Ysaÿe und Artemis gearbeitet.
Gemeinsam mit einem leidenschaftlichen Kammermusiker gründete er das Paul-Klee-Trio, mit dem er mehrere internationale Preise gewann, darunter den 1. Preis des Trondheim-Wettbewerbs 2011. Das Trio ging in Großbritannien, Deutschland, Österreich, Italien, Norwegen, Kanada und Australien auf Tournee. Lambrets erste Aufnahme von Alexandre Guilmants Werken für Harmonium und Klavier mit dem Harmoniker Kurt Lueders begeisterte die Kritiker und wurde mit "5 Diapasons“ ausgezeichnet. Seine Aufführungen werden regelmäßig vom japanischen Fernsehsender NHK, von France Musique und Deutsche Welle übertragen. Kommende Konzerte in 2013 werden in Paris (Cité de la Musique und Salle Pleyel), Tokio (Topan Hall) und Nagoya (Shirakawa Hall) stattfinden. Darüber hinaus wird er wieder auf vielen europäischen Festivals auftreten, an denen er regelmäßig teilnimmt (Stavanger Festival, Mecklenburg-Vorpommern Festival, HSBC Cheltenham Music Festival, Tivoli Concert Series, Venice Palazzetto Bru Zane, La Roque d’Anthéron Festival, European Chamber Music Academy)
kamilaglassport
JakobSpahn
Francois
Schosta
Alexander Glasunov
Dmitri Schostakowitsch
Glasunow
Tchaikovsky1
Das Programm:
 
Dmitri Schostakowitsch (* 1906 in Sankt Petersburg; † 1975 Moskau):
Sonata Op. 40 für Violoncello und Klavier (1934)
Allegro non troppo-Allegro-Largo-Allegro
 
Mit seiner frühen Sonate in d-Moll, op. 40, hat Schostakowitsch dem “cantabilen Ausdrucksgehalt” eines der schönsten Denkmale in der Celloliteratur gesetzt. Das Stück, Anfang 1934 entstanden, ist, wie die Sinfonik Schostakowitschs, ein Bekenntnis zur klassisch-romantischen Formtradition. Das Allegro non troppo beginnt wie eine Synthese aus Brahms und Debussy: mit einer lang ausgesponnen Cellokantilene über impressionistischen Akkordflächen des Klaviers. Das zweite Thema knüpft (...) an die Spätromantik an, während sich der “echte” Schostakowitsch in der Durchführung zeigt. (..) Der Wiedereintritt des zweiten Themas wirkt danach beinahe unwirklich schön, während das Hauptthema erst nachträglich und im Ausdruck völlig verändert wiederkehrt.
(...)
Die Ironie (des Finales des Sückes) konnten die stalinistischen Kunstrichter schon wenig später nicht mehr ertragen. Anfang 1936 erschien in der Prawda der Artikel Chaos statt Musik, durch den Schostakowitsch zum verfehmten Komponisten wurde. Er war gerade mit dem Cellisten Viktor Kubatzki, dem Widmungsträger der Sonate, auf Tournee, als er las, daß man ihm “linke Zügellosigkeit statt einer menschlichen Musik” vorwarf.
 
 
 
Alexander Glasunov (* 1865 Sankt Petersburg; † 1936 Paris):
Chant Du Ménestrel Op. 71 für Violoncello und Klavier (1900)
 
Das »Chant du Ménestrel« ist kurz, nur etwa vier Minuten, aber es ist vollgepackt mit dem Gefühlsausdruck der Spätromantik, zu deren Epoche Glazunovs Musik gehört. Das russische (und europäische) Image des fahrenden Sängers oder »Troubadours« passt ins Bild des Romantizismus ebenso, wie es in die zu Beginn der 1900er Jahre diejenigen repräsentiert, die damals ihre eigenen Markenzeichen er-komponinierten.
Die Hauptmelodie des Werkes ist von wehmütiger, fast schon elegischer Qualität, die durch die tenorhafte Tonlage des Cellos zum Ausdruck kommt.
So singt das Cello mit voller Stimme in langen, schwermütigen Phrasen, aber es gibt ein paar kurze Momente, in denen man fast den Eindruck bekommt, es improvisiere seine Linien - ein Charakteristikum des romantischen Genre. Die Solomelodielinie endet dann eher im Mollterzbereich als auf der Tonika und lässt so den Zuhörer im Gefühl, dass die allgegenwärtige Melancholie des Stückes nie wirklich aufgelöst wird.
 
 
 
Pjotr Iljitsch Tschaikowski(* 1840 Kamsko-Wotkinski Sawod, † 1893 Sankt Petersburg):
Klaviertrio a-moll Op. 50 (1881/82)
Pezzo elegiaco: Moderato assai - Allegro giusto - Tema con Variazioni - Andante con moto
Var. I, Var. II: piu mosso, Var. III: Allegro moderato, Var. IV: L’istesso tempo (Allegro moderato), Var. V: L’istesso tempo, Var. VI: Tempo di Valse, Var. VII: Allegro moderato, Var. VIII: Fuga (Allegro moderato), Var. IX: Andante flebile, ma non tanto, Var. X: Tempo di Mazurka, Var. XI: Moderato, Variazione Finale e Coda: Allegro risoluto e con fuoco - Andante con moto – Lugubre (L’istesso tempo)
 
Tschaikowski komponierte sein Klaviertrio, ein Höhepunkt elegischer Stimmungsmalerei romantischer Kammermusik, 1881/82 in Rom. Er widmete das Werk ("À la mémoire d’un grande artiste – Zur Erinnerung an einen großen Künstler”) dem Pianisten Nikolaj Rubinstein, Gründer des Moskauer Konservatoriums, der Tschaikowsky im Jahre 1866 dorthin berufen hatte.
Lange hatte Tschaikowski die Gattung kategorisch abgelehnt; als Rubinstein überraschend verstarb, rang er sich zu Ehren des Pianisten schließlich zur Komposition eines Klaviertrios durch.
So hatte er noch 1880 geschrieben: “Wohl infolge der Beschaffenheit meiner Hörorgane vertrage ich die Verbindung von Klavier, Geige und Cello nicht. Mir scheint, daß diese Klangfarben nicht miteinander harmonieren, und ich versichere Ihnen, daß es für mich eine Qual ist, ein Trio oder eine Sonate mit Geige und Cello zu hören. (…) Die melodische Klangfarbe von Geige und Cello mit ihrem wunderbar warmen Timbre tritt in einen Wettbewerb mit dem Klavier – dem König aller Instrumente - (…) Ich weiß, daß es viele herrliche Trios gibt; doch als musikalische Form liebe ich das Trio nicht. Deshalb könnte ich für diese Klangkombination keine von echtem Gefühl beseelte Komposition schreiben.”
Ganz im Gegensatz zu dieser Aussage entstand dann das opulente a-Moll-Trio, ein 45minütiges Werk mit nur zwei Sätzen, jedoch von fast sinfonischen Dimensionen.
Im ersten Satz werden ein langsamer und ein schneller Gedanke in dramatisch zugespitzter Sonatenform einander gegenübergestellt. Der zweite Satz besteht aus einem Andante mit elf Variationen, in denen Tschaikowski angeblich 12 Episoden aus dem Leben Rubinsteins geschildert haben soll
 
 
Pjotr Iljitsch Tschaikowsi
SERENATA BERLIN 2013